HAJK 2011: Wir haben es geschafft …

Ein Erlebnisbericht über eine erlebnispädagogische Exkursion

Um 8 Uhr starteten wir unseren Hajk von den efs. Die ersten 3 km gingen flott von den Beinen. Wir liefen durch den Schölerberg am Zoo vorbei. „Hoffentlich wird es nicht regnen“, waren die Gedanken, die uns von da an begleiteten.

Zwei Schülerinnen hatten die Führung übernommen und suchten mit Karte und Kompass nach dem Weg. An einer Weggabelung kamen Zweifel auf, ob es hier links oder rechts her gehen müsste. Wir entschieden uns für rechts, was sich im Nachhinein leider als falsch herausstellte.

Immer häufiger wurde nach der Länge des Weges gefragt. Die Gruppenleitung motivierte zum Weiterlaufen. Viele kurze Zwangspausen mussten gemacht werden, damit die Gruppe zusammenbleiben konnte. Natürlich wurde deutlich wie nötig ein gewisses Vorbereitungstraining ist, um nicht zu schnell an seine Grenzen zu stoßen. Aber dazu bedurfte es ebenso der richtigen Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit. Nach einer Toilettenpause an einer Tankstelle gab es noch eine längere Steigung und die erste Etappe war geschafft.

Das bedeutete gleichzeitig für zwei Gruppenteilnehmer den Endpunkt ihrer körperlichen Möglichkeiten. Sie ließen sich mit der Genugtuung abholen, es bis zum ersten Zielpunkt geschafft zu haben. Die Anderen liefen noch etwa zwei Stunden über den Dörenberg und am Herrmannsturm vorbei bis sie den kleinen Wald am Urberg erreichten, in dem die Gruppe übernachten wollte. Es blieben genügende Kräfte, um Regenplanen aufzubauen, einen Grill anzuzünden und ein Lagerfeuer zu entfachen. Da wir von freundlichen Leuten sogar noch Klappstühle bekommen hatten, kam bei Bratwurst mit Brötchen und Krautsalat eine gewisse Gemütlichkeit auf, die über den Abend erhalten blieb. Und das alles ohne Alkohol, auf dem wir bewusst verzichtet hatten. Nun wurde die Vorbereitungsgruppe für das Abendprogramm aktiv.

Es gab Lieder zur Gitarre und Gespenstergeschichten. Mit 23 Uhr war es eigentlich noch recht früh, als die Ersten ihre Schlafstelle aufsuchten. Andere blieben noch ein wenig am Feuer sitzen. Zu dieser Zeit gab es in der Nachbarschaft eine Party mit einem tollen Feuerwerk. Nach und nach hatten sich alle, teilweise in Zelten, teilweise draußen oder unter Planen niedergelegt.

Unter den hohen Bäumen gab es noch viel zu erzählen und zu kichern. Hier und da erschreckte ein Kreischen vermischt mit Böllerschüssen vom Feuerwerk. Als alles zur Ruhe gekommen war, fing es an zu nieseln. Die Mädchen waren die ersten, die dann ihre Sachen packten, um in der Scheune unserer Wohltäterfamilie unterzukommen. Es war ein ungewöhnliches Bild, wie sich die kleine Gruppe über den Acker „vom Acker machte“. Zur Morgenstunde flüchteten zwei Jungen vor dem nun starken Regen in eine offene Scheune. Zur Frühstückszeit machten sich einige schon früh einige zurück auf dem Weg zum Lagerplatz, um ein Feuer zu entzünden. Das gelang mit viel Reisig recht gut, obwohl das Holz zumindest äußerlich nass war. So konnten sich die Hajker ein wenig aufwärmen und die Klamotten trocknen. Mit einem Gaskocher wurde Tee gekocht und Dosen-Ravioli aufgewärmt.

Vor dem Aufbruch gab es eine Besprechung, um die Voraussetzungen für die restlichen 12 km des Weges zu klären. Einige Hajk-Freunde konnten aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr weiter und wurden zu einer Bushaltestelle gebracht. Die Restlichen schulterten die Rucksäcke und machten sich auf zur nächsten Etappe. Vorher gab es ein herzliches Dankeschön an die liebe Familie, die uns nicht nur ihren Wald, sondern auch Scheune, Kaffee und vieles mehr zur Verfügung gestellt hatte. Die Übriggebliebenen legten einen flotten Schritt vor, denn es ging ja nach Hause, in Richtung Dusche und Pflaumenkuchen mit Sahne. Und so landeten wir rechts stolz über unsere Leistung in einem Cafe, von dem wir abgeholt wurden. Das war auch höchste Zeit, denn der nächste Regenguss prasselte schon auf das Überdach.

Fazit

Es ist schon gewaltig, was man in zwei Tagen mit sich selbst und der Gruppe erleben kann, wenn die normalen Bahnen des „Indoor-Alltags“ verlassen werden. Der Lauf forderte vielfache Selbstüberwindung und Eigeninitiative ein. Weil die Gruppe aufeinander angewiesen war, haben sich alle besser kennen gelernt, Hilfsbereitschaft entwickelt und neue Naturerfahrungen gemacht. Auf diese Weise wurde die Erlebnispädagogik selbst erlebt. Die Erlebnisse lassen sich sachgerecht auf die pädagogische Aufgabenstellung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen übertragen. Natürlich kann bei einem nächsten Hajk einiges besser gemacht werden. Aber das Ganze darf auch nicht zur Routine und überplant werden.